Kommunikation im Beruf_Titelbild

Im Grunde kannst du es dir ein bisschen wie eine Fremdsprache vorstellen: Männer und Frauen kommunizieren auf verschiedene Art und Weise.

Vielleicht hast du in deinem Umfeld ja schon einmal einen Spruch wie „Versteht mir einer die Weiber.“ oder „Männer benehmen sich wie Kinder.“ gehört.

Beide Sprüche zeigen uns, dass es Unterschiede in der Kommunikation zwischen den Geschlechtern gibt.

Wenn du also mit Männern im Beruf kommunizierst und dabei erfolgreich sein willst, gibt es ein paar Dinge, die du beachten kannst.

Denn je besser du ihre „Sprache“ und ihre Regeln verstehst, desto klarer erkennst du, was dahinter steckt und lernst, wie du das für dich selbst nutzen kannst.

Übrigens sind sich selbst die Wissenschaftler noch nicht ganz einig, warum wir so unterschiedlich kommunizieren – ob aus biologischen oder soziologischen Gründen. Das Warum soll uns aber nicht weiter interessieren, denn hier geht es schließlich um das Wie.

Es handelt sich dabei oftmals um implizite Dinge, also ungeschriebene Gesetze. Das bedeutet auch, dass selbst Männer sich dieser Dinge oft nicht direkt bewusst sind, sie handeln einfach danach. Weil es für sie selbstverständlich und natürlich ist.

Hinweis: Diese Dinge sind sehr verallgemeinernd und treffen sicher nicht auf jedes Exemplar des jeweiligen Geschlechts zu. Aber sie werden dir auf jeden Fall dabei helfen, ein besseres Verständnis für die Kommunikationsregeln zu bekommen.

Und du musst schließlich die Regeln kennen, um das Spiel spielen zu können 😉

Aber bevor wir anfangen, möchte ich dir noch kurz das Buch „Spiele mit der Macht – Wie Frauen sich durchsetzen“* von Marion Knaths empfehlen. Darin schreibst sie über Dinge wie diese hier und gibt dir noch mehr Tipps, wie du dich im Beruf durchsetzt (insbesondere Männern gegenüber), deine weiblichen Stärken klug nutzt und so richtig erfolgreich wirst.

Vertikale Rangordnung vs. horizontales Netzwerk

Männer kommunizieren eher innerhalb einer Rangordnung, Frau eher im verbindenden Netz. Dabei sind die Jungs bestrebt, sich gegenseitig über- oder unterzuordnen und sich nach unten klar abzugrenzen.

Wir Mädels stellen dagegen eher an den unterschiedlichsten Stellen Verbindungen her. Deshalb sind bei Paaren auch nicht selten die Frauen diejenigen, die die sozialen Beziehungen zu Freunden und Bekannten aufrechterhalten.

Hier solltest du dir dessen als Frau bewusst sein, weil sich die Rangordnung auf viele verschiedene Bereiche auswirkt. Je höher du in der Rangordnung eingeordnet wirst, desto mehr Macht hast du. Dir wird eher zugehört, deine Ideen werden mehr beachtet, etc.

Unter anderem hat deine Position in der Firma auch einen entscheidenden Einfluss auf deine Position in der Rangordnung. Aber es gibt auch genug andere Faktoren, die uns Frauen oftmals nicht bewusst sind. Hier geht es um Dinge wie Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen, aber auch um Statussymbole.

Du kannst dich als Frau der Rangordnung nicht entziehen, denn du wirst immer von anderen eingeordnet.

Kommunikation im Beruf: 6 Unterschiede zwischen Männern und Frauen

1. Status vs. Inhalt

Bei Frauen stehen eher Inhalte im Vordergrund, bei Männern geht es mehr um die statusorientierte Kommunikation. Das ist einfach das Resultat aus der eben beschrieben Wichtigkeit der Rangordnung.

Vielleicht kennst du die Situation in Meetings, wenn man als Frau das Gefühl hat, dass die Männer wieder nur reden um des Redens willen, es aber gar keinen inhaltlichen Fortschritt gibt?

Auch wenn das für uns Mädels nervig sein kann, machen die Männer keinesfalls, um den anderen die Zeit zu stehlen, sondern um die Rangordnung im Meeting zu klären.

Das kommt seltener vor, wenn die Rangordnung im Meeting von vornerein klar ist. Häufiger kann man dieses Phänomen dagegen bei abteilungsübergreifenden Meetings erleben, bei denen die Rangordnung eben noch nicht feststeht. Ist die Rangordnung dann geklärt, geht es um den Inhalt.

Wenn du dich in so einer Situation wiederfindest, solltest du dich soweit es geht beteiligen. Denn wenn du dich zurücklehnst und abwartest, bis es um den Inhalt geht, wird dir einer der letzten Plätze der Rangordnung zugewiesen. Und dann läufst du Gefahr nicht gehört zu werden oder auf größere Gegenwehr zu treffen, was deine Ideen angeht.

Im schlimmsten Fall wiederholt ein männlicher Kollege das, was du eben gesagt hast. Und was bei dir auf kaum Reaktion stieß, wird bei ihm gefeiert. Einfach nur weil er in der Rangordnung über dir steht.

2. Den Ranghöchsten ansprechen vs. alle ansprechen

Wenn Frauen im Meeting einen Beitrag leisten, dann versuchen sie oftmals alle in der Runde anzusehen und sich die Zustimmung zu holen. Männer tendieren hingegen dazu nur den Ranghöchsten anzusprechen, denn er ist es schließlich, den sie auf ihrer Seite ziehen wollen.

Als Frau kannst du natürlich weiterhin alle im Meeting ansprechen, aber achte darauf, dass du vor allem den Ranghöchsten überzeugst. Hast du seine (oder ihre) Zustimmung, hast du praktisch schon gewonnen.

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3. Pokerface vs. Lächelreflex

In Diskussionen, Verhandlungen und sonstigen Meetings setzen Männer häufig ein Pokerface auf, während Frauen dazu neigen, zu lächeln und bestätigend zu nicken.

So hilfreich ein nettes Lächeln im Privaten auch ist, so ist der Lächelreflex im Job doch mitunter hinderlich. Denn Lächeln wird als Zeichen der Schwäche gedeutet. Besonders in Kombination mit leicht geneigtem Kopf. Es ist eine Geste der Unterwerfung, sie wirkt beschwichtigend.

Das bedeutet natürlich nicht, dass du im Arbeitsalltag nicht mehr lächeln darfst. Nur in Diskussionen oder Meetings, vor allem wenn Männer anwesend sind, solltest du es vermeiden zu viel zu lächeln. Setze lieber ein neutrales Pokerface auf, es ist deine Waffe und dein Schutz zugleich.

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4. Prestige vs. Fleiß

Den Begriff „Das fleißige Lieschen“ kennst du doch sicher, oder?

Aber kennst du auch eine männliche Version dazu? „Der fleißige Peter“? „Der fleißige Hans“? Nie gehört. Weil Fleiß bei Mädchen oft als Tugend angesehen wird, bei Jungs eher weniger.

Diese gesellschaftlichen Werte zeigen sich auch oft im Beruf: Die Fleißaufgaben, die nun einmal getan werden müssen, aber kein Ansehen bringen? Werden häufiger von Frauen übernommen, als von Männern. Nicht selten „opfert“ man sich als Frau, weil die Männer es irgendwie schaffen, sich davor zu drücken.

Die männlichen Kollegen übernehmen lieber die wichtigeren Aufgaben, die mehr Prestige bringen. Weil es sie schließlich kaum vorwärts bringt, wenn sie sich im stillen Kämmerlein abschufften, ohne dass davon jemand weiß. Mit Aufgaben, die ihnen viel Aufmerksamkeit bringen, können sie mit weniger Aufwand mehr erreichen.

Vermeide es, ständig die Fleißaufgaben zu übernehmen. Das geht natürlich nicht immer, aber wenn es auch ein männlicher Kollege übernehmen kann, dann solltest du alles daran setzen, dass er das auch tut oder sich zumindest für das nächste Mal verpflichtet.

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5. Berührung vs. höfliche Distanz

Vielleicht ist es dir auch schon das eine oder andere Mal passiert, dass ein männlicher Kollege dich kurz am Unterarm oder an der Schulter berührt, wenn er mit dir spricht.

Ob bewusst oder unbewusst, ist das ein Zeichen der Dominanz. Denn Berührungen bedeuten immer ein Eindringen in den persönlichen Raum.

Oder denkst du ein Angestellter im Buckingham Palace würde einfach so die Queen berühren? Wohl kaum. Wenn dann, wäre es umgekehrt, oder?

Wir Mädels neigen bei so einer Berührung oftmals dazu zurückzuweichen. Um Abstand zu schaffen und um unseren persönlichen Raum zu wahren. Nur dass eben genau dieses Zurückweichen wieder als Zeichen von Unterlegenheit gedeutet werden kann.

Statt zurückzuweichen, solltest du deshalb besser „parieren“ und den betreffenden Kollegen auch kurz anfassen. Das mag als Frau am Anfang ungewohnt und befremdlich sein, wirkt aber Wunder, glaub mir.

Als ich das das erste Mal bei einem Kollegen gemacht habe, hat man ihm die Verwirrung förmlich angesehen. Tatsächlich ist es danach auch viel seltener vorgekommen. Also einfach mal ausprobieren 😉

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