Fehler im Umgang mit Geld_Titelbild

Ach ja, das liebe Geld. Man kann es lieben, man kann es hassen, aber man kommt nicht drumherum. Schließlich entscheidet es in unserer Gesellschaft, was wir tun können und wie wir leben können.

Aber wie geht man eigentlich richtig mit Geld um? Und was sollte man besser nicht tun?

Ich habe hier 7 Fehler aufgelistet, die Menschen wie du und ich häufig mit ihrem Geld machen.

Erkennst du dich dabei wieder?

7 Fehler im Umgang mit Geld

1. Du entscheidest je nach Kontostand, ob du dir diesen Monat noch etwas leisten kannst oder nicht.

Ist die neue Tasche diesen Monat noch drin? Um das rauszufinden, musst du erstmal auf’s Konto gucken?

Frau mit Handy_Fehler im Umgang mit Geld

Dann machst du etwas falsch. Denn es sollte nicht dein Kontostand sein, der darüber entscheidet, sondern deine bisherigen Ausgaben. Optimalerweise hast du ein Budget für flexible Ausgaben, das so geplant ist, das jeden Monat trotzdem noch was übrig bleibt. Und an diesem Budget solltest du dich orientieren.

Wenn du nur schaust, ob noch genug Geld auf dem Konto ist, dann läufst du Gefahr, nie vorwärts zu kommen.

Denn meist orientiert man sich hier an einer Art Grundlinie – ist mehr da, kann man sich etwas leisten, wenn nicht, dann nicht.

Diese Grundlinie liegt im schlechtesten Fall bei 0 Euro. Aber selbst wenn man sich beispielsweise vornimmt, immer einen Notgroschen von 1.000 Euro auf dem Konto zu haben, sind diese 1.000 Euro das, woran man sich orientiert. Man tendiert dann dazu, das Geld auszugeben, was über den 1.000 Euro liegt. So wirst du auch in 5 Jahren kaum mehr als 1.000€ auf dem Konto haben.

Hier spielt außerdem noch die eigene Psychologie eine Rolle: Siehst du eine größere Summe auf deinem Konto und orientierst dich daran, dann neigst du eher dazu, mehr Geld auszugeben. Und das obwohl diese Summe vielleicht für ein neues Auto oder eine Anzahlung fürs Eigenheim eingeplant ist.

Dabei rede ich hier von kleinen Beträgen, über die wir dann weniger nachdenken – der Kaffee vom Bäcker auf dem Weg zur Arbeit (3€), das gekaufte Mittagessen im Büro (6€), usw. Oft sind es die kleinen Dinge, auf die wir nicht mehr achten – wir können es uns ja schließlich leisten. Aber eben diese Dinge läppern sich. Wenn du nur 5€ am Tag mehr ausgibst, macht das im Jahr über 1.800€ aus!

Tipp: Lade dir den Budgetplaner herunter, um einfach auszurechnen, wie viel Geld du für flexible Ausgaben hast!

2. Du weiß nicht, wo dein Geld hinfließt.

Weißt du, wo dein Geld so landet? Kennst du deine Ausgaben für Essen, für Kleidung, für Freizeitaktivitäten? Nein? Solltest du aber. Zumindest solltest du eine Übersicht über deine Ausgaben haben und damit in etwa sagen können, wie viel Geld du im Durchschnitt wofür ausgibst.

Und ja, ich weiß, manchmal will man das lieber gar nicht so genau wissen. Das geht mir auch so. Aber es ist wichtig, um ein Bewusstsein für die eigenen Ausgaben zu entwickeln. Und dafür muss man die regelmäßig auf den Prüfstand stellen. Auch wenn’s vielleicht unangenehm ist.

Gerade mit der Vielzahl an Abos, für die wir regelmäßig zahlen – Netflix, Spotify, Amazon Prime, Disney+, etc. – baut man schnell einen großen Fixkosten-Block auf, ohne es zu merken. Sind ja immer nur ein paar Euro, richtig? Aber Kleinvieh macht auch Mist.

Du solltest dir deshalb mindestens aller paar Monate eine Übersicht über deine Ausgaben verschaffen. Noch besser wäre es, wenn du regelmäßig festhältst, wohin dein Geld fließt. Mit Budget-Apps wie Money Coach geht das super. Noch einfacher macht es dir die App Finanzguru, die erfasst deine Ausgaben (Bargeld ausgenommen) ganz automatisch und kategorisiert diese.

3. Du gibst Geld für Dinge aus, die du eigentlich gar nicht brauchst.

Apropos Abos: Nutzt du die alle wirklich? Oder gibt es welche, auf die du auch verzichten könntest? Vielleicht zahlst du auch noch für die Mitgliedschaft im Fitnessstudio, obwohl du kaum hingehst? Oder hast ein Zeitschriftenabo, das dich gar nicht mehr so sehr interessiert.

Prüfe deine regelmäßigen Ausgaben und überlege dir, welche du wirklich zwingend brauchst und auf welche du verzichten kannst. Und dann fang an, alles Unnötige zu kündigen.

Vielleicht hast du auch schon das eine oder andere Mal Dinge gekauft, die im Angebot waren, nur um danach festzustellen, dass du sie gar nicht nutzt? Seien wir ehrlich, jede von uns hat schon einmal einen Fehlkauf getätigt. Und jetzt liegen in unseren Kleiderschränken, Abstellkammern oder Kellern einige Dinge rum, die wir gar nicht brauchen.

Sieh mal nach, ob du einige dieser Dinge noch verkaufen kannst. Oder verschenke bzw. spende sie, so tust du gleich auch noch etwas Gutes. Und versuche in Zukunft Fehlkäufe zu vermeiden. Hier gibt es einen kleinen Trick: Bevor du spontan etwas kaufst, warte eine Woche ab. Denkst du dann immer noch daran und willst es immer noch unbedingt haben? Dann kauf es. Wenn nicht, lass es sein.

4. Du sparst das, was am Ende des Monats übrig ist.

Spoiler: Meist ist nichts übrig. Oder nur sehr wenig. Deswegen solltest du dich auch als Erstes bezahlen.

Und das geht so: Bestimme eine feste Summe, z.B. 10% deines Gehalts, die direkt nach Gehaltseingang auf ein Sparkonto überwiesen wird oder investiert wird. Wichtig ist, dass das Geld nicht mehr unmittelbar in deinem Zugriff ist.

Mit diesem Geld bezahlst du dich selbst, du investierst in deine Zukunft. Und das bevor du irgendetwas anderes bezahlst. Denn das Wichtigste in deinem Leben bist schließlich du selbst. Also warum solltest du dich hinten anstellen? Du solltest an erster Stelle stehen (und nicht etwa dein Vermieter oder der Stromanbieter).

Aber weißt du, was noch besser wäre, als dir 10% deines Gehaltes zu bezahlen? Wenn du dir 12,5% oder mehr zahlst – denn das entspricht einer Stunde eines normalen Arbeitstages. Du arbeitest also eine Stunde am Tag für dich und deine Zukunft. Das ist nicht zu viel verlangt, oder?

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5. Du siehst zu, wie dein Geld seinen Wert verliert.

Die Inflation sorgt dafür, dass unser Geld seinen Wert verliert. Gehen wir von einer Inflationsrate von 2% aus, bedeutet das, dass dein Geld in 15 Jahren ein Viertel seiner Kaufkraft verloren hat und in 35 Jahren sogar nur noch die Hälfte wert ist!

Das Schlimme daran ist, dass die reale Inflation sogar noch höher ist – sie liegt zwischen 5 und 7%. (Lerne hier, warum das so ist.) Der Wertverlust ist also eigentlich noch viel größer.

Wenn du dein hart erarbeitetes und mühsam zusammengespartes Geld auf der Bank liegen lässt, hast du wenig gekonnt. Die aktuell üblichen 0,2% Zinsen machen in Sachen Wertverlust kaum einen Unterschied.

Um das mal zu verdeutlichen: Legst du heute 50.000 Euro unters Kopfkissen sind die in 35 Jahren noch 25.000 Euro wert. Legst du sie mit 0,2% Zinsen auf die Bank sind es ganze 27.000 Euro, die sie noch wert sind. Wow… Und dabei gehen wir nur von 2% Inflation aus.

Du solltest dein Geld besser so anlegen, dass es mindestens 5-7% Rendite erzielt, damit du die Inflation ausgleichen kannst. Mehr ist natürlich besser.

Aber zum Glück ist es heute relativ leicht, sein Geld klug zu investieren. Nutze zum Beispiel ETF-Sparpläne, um auch ohne Startkapital dein Geld zu investieren. Sparpläne bringen laut einer Studie des Deutschen Aktieninstituts zwischen 9,7 und 10,5 Prozent Rendite im Jahr, je nach Anlagedauer. Oder nutze P2P-Investionen, damit kannst du teilweise auch Zinsen von über 10% erwirtschaften.

6. Du lässt dein Geld nicht für dich arbeiten.

Geld kann dir aber nicht nur Rendite bringen und in seinem Wert wachsen, sondern auch so richtig für dich arbeiten.

Ich meine, du kannst bezahlt werden, weil dein Geld für dich arbeitet. So kannst du heute dein Einkommen aufstocken und später mal deine Rentenlücke verkleinern. Passives Einkommen ist das Zauberwort!

Bisher arbeitest du immer nur für dein Geld, aber warum sollte das nicht auch andersherum gehen? Das ist sogar leichter als du vielleicht denkst.
So kannst du beispielsweise schon mit 3 ETFs jeden Monat Dividenden ausgezahlt bekommen. Es gibt sogar einen ETF auf Staatsanleihen in Dollar, der die Zinsen jeden Monat ausschüttet. Nur mal so als Beispiel.

Es funktioniert natürlich nicht, dass du einmal eine kleine Summe anlegst und dann nie wieder arbeiten musst. Das ist nun wirklich unrealistisch. Aber kleinere Zahlungen, die dann nach und nach wachsen und später wirklich mal einen Unterschied machen? Das ist nicht so schwer.

Ich hatte zum Beispiel einen Sparplan auf einen Dividenden-ETF über 50 Euro abgeschlossen und nach ein paar Monaten auf 100 Euro aufgestockt. Nach nur 6 Monaten hatte ich schon über 7€ Dividenden gezahlt bekommen. Und aller 3 Monate gibt es eine neue Zahlung, die größer ist als die davor. Weil ich ja mit dem Sparplan auch immer mehr und mehr Anteile kaufe.

Wichtig: Um Vermögen aufzubauen, sind solche auszahlenden ETFs nicht optimal, hierfür solltest du lieber thesaurierende ETFs nutzen, bei denen die Dividenden reinvestiert werden. Ich selbst habe auch meist thesaurierende ETFs, aber als Ergänzung sind Dividenden-ETFs nicht schlecht, um eben passives Einkommen zu generieren.

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7. Du setzt alles auf eine Karte.

Ich habe noch ein Zauberwort für dich: Risikostreuung. Denn in Sachen Geld solltest du nicht alles auf eine Karte setzen.

Auf den Aktienmarkt bezogen heißt das, dass du dein Geld nicht nur in eine Aktie investieren solltest, sondern lieber in 10 oder möglichst mehr. Fallen davon 2 oder 3 im Kurs, dann können das die anderen Aktien abfangen, wenn sie im Kurs steigen. (Dafür sollten die Investitionen aber auch jeweils ähnlich hoch sein, sonst geht die Rechnung nicht auf.)

Nutze deshalb eher breitgestreute Produkte wie eben ETFs oder Fonds. Du investierst damit zeitgleich in eine Vielzahl von Unternehmen und streust so dein Risiko.

Das soll natürlich nicht heißen, dass du keine Einzelaktien kaufen solltest. Es ist nur besser, wenn du vorher eine breite Grundlage aufbaust und Einzelaktien nur als Ergänzung nutzt. Denn hier ist dein Geld immer an ein einzelnes Unternehmen gebunden und das birgt ein gewisses Risiko.

Ein Beispiel: Vielleicht hast du ja den Wirecard-Skandal mitbekommen, bei dem die Aktien des deutschen DAX-Konzerns innerhalb weniger Wochen 97% an Wert verloren haben. Der Grund: Ein gefälschte Bilanz. So wurden aus 10.000 Euro Investment ganz schnell mal 300 Euro. Ohne wirkliche Aussicht auf Erholung, denn schon nach kurzer Zeit hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Das konnte kaum jemand vorhersehen und selbst erfahrene Anleger haben dabei eine Menge Geld verloren.

Aber das ist jetzt natürlich ein Extrembeispiel. Mit einer angemessenen Risikostreuung sind Investitionen am Geldmarkt super sinnvoll, um Vermögen aufzubauen.

Optimalerweise ergänzt du deine Investitionen am Aktienmarkt noch durch etwas, das davon unabhängig ist – P2P-Kredite, Immobilien, Staatsanleihen, Edelmetalle, etc. Ich rede hier von verschiedenen Anlageklassen. Denn die bewegen sich in der Regel unterschiedlich. So streust du dein Risiko noch mehr und baust mehrere Standbeine für deine Investitionen auf. Das musst du natürlich nicht alles sofort machen. Das geht auch nach und nach.

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Fazit

Und? Hast du dich bei dem ein oder anderen Fehler wiedererkannt? Wenn ja, ist das überhaupt nicht schlimm.

Ich habe selbst Phasen, wo ich Dinge tue, die ich eigentlich besser weiß. Zum Beispiel verliere ich ab und zu die Übersicht über meine Ausgaben, weil ich zu faul bin, sie sofort in meine Budget-App einzutragen. Und dann bekomme ich das Gefühl, dass ich die Kontrolle über mein Geld verliere. Sobald ich sie nachtrage und wieder den Überblick habe, geht es mir aber sofort besser 😀

Ich muss mich immer wieder selbst korrigieren und an mir und meinen Gewohnheiten arbeiten. Aber hey, finanzieller Erfolg ist ein Prozess, richtig?

Auch wenn noch nicht alles perfekt ist, hilft es, die richtige Richtung zu kennen und sich Stück für Stück zu verbessern. Lass uns also gemeinsam an unseren Geld-Fehlern arbeiten und es zukünftig besser machen. Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Erfolg dabei!

Deine

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