Ich hab neulich in einer meiner Notizapps gestöbert. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wieso überhaupt. Jedenfalls bin ich dabei über meinen persönlichen Finanzplan gestolpert. Der war schon eine Weile nicht mehr auf dem aktuellen Stand, also wollte ich mal reinschauen, um zu checken, ob ich nicht ein oder zwei neue Ziele abhaken kann.

Diesen Plan stellte ich vor etwas weniger als 5 Jahren auf – Ende 2016. Ich definierte meine kurz- und langfristigen finanziellen Ziele. Ich hatte damals praktisch nichts, war gerade frisch aus dem Bachelorstudium raus und arbeitete in Teilzeit, um mir mein Masterstudium zu finanzieren. Und diese Ziele sollten mein Plan zu finanzieller Freiheit sein.

Wie ich darauf kam?

Zu der Zeit las ich mein allererstes Finanzbuch. Es war ein zerfleddertes, altes Exemplar. Die Seiten waren schon gelb. Der Einband war aus Stoff. (Welche Bücher haben heute noch einen Stoff-Einband?) Mein Vater hatte das Buch beim Aufräumen gefunden und gab es mir. Es war eine alte Ausgabe aus dem Jahr 2001. Das Buch hieß „Der Weg zur finanziellen Freiheit: In 7 Jahren zur ersten Million“* von Bodo Schäfer. (Gibt es mittlerweile auch aktualisiert.)

Das Buch faszinierte mich. Es sorgte für jede Menge Ideen – auch wenn es nicht mehr wirklich zeitgemäß war. Aber es sorgte dafür, dass ich meinen eigenen kleinen Plan aufstellte.

Ich startete im Grunde bei 0€. Musste gerade erst ein Handy auf Raten kaufen, weil mein Altes kaputt ging und ich nicht genug Geld für ein Neues hatte. Zu der Zeit war ich auch verlobt und machte mir seit längerem Sorgen, wie ich jemals eine Hochzeit bezahlen soll. Und ich meine eine Hochzeit, wie ich sie mir vorgestellt hatte und keine erzwungene Mini-Spar-Version. Und mein Traum waren Flitterwochen auf den Malediven… Puh, nichts davon ist billig.

Ich hatte also die Wahl, mich von meinen Träumen zu verabschieden oder meine finanzielle Situation zu ändern.

Meine Träume zu begraben, kam für mich nicht in Frage. Ich hatte zu viel Angst davor, dass ich das mein Leben lang bereuen würde. Ich musste also etwas tun.

Mein Finanzplan von vor 5 Jahren

Also schrieb ich meine Ziele auf. Zu der Zeit schienen mir fast alle davon unrealistisch.

Obwohl mein erstes Ziel rückblickend klein war: 1.000€ Rücklagen. Aber damals war das echt viel Geld für mich. Mein Gehalt war wohl zu der Zeit nicht viel höher als das. Und reichte gerade so. Wie sollte ich davon so viel zurücklegen, dass ich vorwärts komme?

Aber das Buch sagte, ich solle groß denken, also tat ich das. Ich hatte ja nichts zu verlieren.

Am Ende sah der Plan so aus:

Kurzfristige Ziele:

  1. Ausgaben reduzieren (300€ flex Kosten / Monat)
  2. Mind 1.000€ als Puffer ansparen
  3. Gehaltserhöhung
  4. 3.000€ sparen 
  5. Hochzeit & Flitterwochen (ca. 5.000€ für mich)

Langfristige Ziele: 

  1. 3 Monate Einkommen als Rückhalt
  2. Sicherheitsgeld (Bsp in Bankschließfach), 20.000€
  3. Investmentportfolio aufbauen
  4. Aktien, Fonds, Beteiligungen
  5. Bankgeld, Bargeld
  6. Finanzielle Freiheit erreichen:
    1. Immobilien kaufen (Wohnung und / oder Haus)
    2. Investmentportfolio von 400.000€ aufbauen (=1000€ passives Einkommen, falls Fokus auf Dividenden gelegt wird)
  7. Weltreise / große Kreuzfahrt / Sabbatical
  8. Absicherung für Rente

Nachdem ich diese Ziele aufgestellt hatte, veränderte sich einiges. Manchmal ist es beeindruckend, was man erreichen kann, wenn man einen Plan hat.

Zu meinen Zielen notierte ich mir auch einen kleinen Masterplan – also Ideen, wie ich meine Ziele erreichen könnte. Da standen dann Dinge wie:

  1. Nebenjobs
  2. Passives Einkommen – E-Book für Blog fertig stellen
  3. Masterarbeit fertig stellen, um Vollzeit zu arbeiten
  4. Aktien, Fonds für mich arbeiten lassen (von ETFs hatte ich da noch nicht mal gehört…)
  5. Mehr an Gehalt durch Vollzeit sparen
  6. Passives Einkommen auf 100 Eur / Monat erhöhen – weitere E-Books, Affiliates, Dividenden …
  7. Gehalt erhöhen – regelmäßig Gehalt verhandeln!
  8. Imobilien kaufen?

Was von meinem Plan konnte ich umsetzen?

Und als ich mir so meinen alten Plan anschaute wurde mir zwei Dinge bewusst:

  1. Erstens: Ich habe nach 5 Jahren schon deutlich mehr davon erreicht, als ich dachte. Anfangs schien alles unerreichbar, heute ist ein Großteil schon abgehakt.
  2. Und Zweitens: Wenn mich jemand fragen würde, wie ich’s gemacht hab, wüsste ich erstmal nicht, wo ich anfangen sollte. Man erwartet irgendwie große Erkenntnisse, dabei waren es so viele, scheinbar kleine Dinge, die banal wirken.

Und das störte mich. Ich meine, ich muss doch irgendwie erklären können, was wirklich einen Unterschied gemacht hat, oder? Also dachte ich darüber nach. Und im Kern haben mich vier Dinge vorwärts gebracht, die wirklich banal sind. Ist leider so. Und das sind Folgende:

  1. Ziele haben.
  2. Automatisieren.
  3. Lernen.
  4. Suchen.

Ziele haben.

Im Grunde ist es wie bei Google Maps. Ich brauche einen Zielort, bevor ich die Navigation starten kann. Wenn ich nicht weiß, wohin ich will, lande ich überall und nirgends. Ich brauche Ziele. Endziele, Etappenziele, Ziele, um Ziele zu erreichen.

Automatisieren.

Sind wir mal ehrlich: Menschen sind faul. Ich bin faul. Für mich müssen Dinge einfach sein und Nutzen und Aufwand müssen im richtigen Verhältnis stehen. Ich hasse umständliche Sachen. Hier kommen Automatismen ins Spiel – Daueraufträge, Sparpläne, etc. Alles, was läuft, ohne dass ich darüber nachdenken oder mich darum kümmern muss, ist Gold wert. Wie ein Autopilot, mit dem ich ohne mein Zutun mein Ziel erreiche.

Lernen.

Ich hab bei Null angefangen. Hatte keinen Plan von Finanzen oder wie man gut mit Geld umgeht. Aber ich habe gelernt zu lernen. Dank Büchern, Videos oder schlicht der Google-Suche kann man alles lernen. Wenn ich damit nicht aufhöre, kann ich praktisch nicht scheitern, oder? Es gibt immer etwas, was ich neu lernen kann.

Suchen.

Antworten auf Fragen suchen. Lösungen für Probleme suchen. Den nächsten Schritt suchen. Neue Einkommensmöglichkeiten suchen. Weitere passive Einnahmequellen suchen. Investitionschancen suchen. So gefühlt besteht mein Weg nur aus dem Suchen nach Dingen. Ich bin irgendwie in einen konstanten Suchmodus geraten. Ich halte ständig die Augen offen, die meiste Zeit weiß ich nicht mal wonach. Aber stolpere trotzdem ständig über hilfreiche Dinge. Muss wohl so sein.

Tja, so bin ich von einer Rücklage von 0€ zu über 30.000€ gekommen. Und von meinen Zielen sind nur noch 3 nicht abgehakt. Rate mal welche 😉

Übrigens: Das Finanzwissen, das ich mir in all diesen Jahren angeeignet und umgesetzt habe, findest du in meinem Buch „How to be a rich girl: 100 Finanztipps für Frauen“ zusammengefasst.

Deine Laura

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